Hallo Leute,ich arbeite ja seit einiger Zeit nicht mehr im Automobilbereich, aber was ich jetzt erlebt habe ... ... vergesst die TS - ab in den Papierkorb!!!!! - Fünf Fragezeichen, ich trage die Unterhose auf dem Kopf oder wie war gleich das Zitat eines Forumsteilnehmers.
Ich habe kürzlich ein TS-System erleben dürfen, das war unter aller S... und natürlich zertifiziert - ich könnt' mein verzehrtes Frühstück spenden.
Ihr strampelt euch ab und arbeitet bis zur Erschöpfung, um ein gescheites System aufzubauen und zu erhalten und dann erlebt man so was ... und ich krieg keinen gescheit bezahlten Job im TS-Bereich, weil mir angeblich die Erfahrung fehlt.
Das kürzlich kennen gelernte System erfüllt nicht mal die Grundanforderungen der 9001 und da hängt ein TS-Zerti an der Wand und das Unternehmen fertigt ausschließlich für die Automobilindustrie. Das kann doch alles nicht wahr sein. So etwas wird einfach von der Zertgesellschaft und sogar von den Kunden durchgewinkt. Ja ... spinnen die den alle????
Tut mir leid Leute, das musste jetzt mal raus.
Vivian
Antworten:
moin Vivian!
letzten endes wird ein zertifikat ja doch gekauft und
"pecunia non olet" :(
oder vielleicht besser passend:
geld ist die vergebung aller sünden
wenn es wirklich so schlimm ist, kannst du doch auch dem zertifizierer- zertifizierer bescheid geben...
"das ist ein walversprechen. das muß man nicht halten!" käpt'n blaubär, der weiseste bär des universums
Moin Vivian,
hmmmm....woher kenn ich das bloß ???
<grins>
Und 6 Ausrufezeichen !!!!!! , da String-Tanga im Leoparden-Look ;-)
Ruhmreich erworben in unserem belgischen Tochterwerk, anläßlich eines internen Audit als als Vorbereitung zum Zert.-audit.
Horrorrrrrrrrr.
Nach wenigen Minuten waren wir bei 5 Haupt- und 8 Nebenabweichungen (u.a. ein CC-Drehmo-schlüssel, Kalibrierdatum 3 Monate überschritten, im Kontrollplan mit 80 Nm geführt, mit 50 Nm beschriftet und der von mir georderte Schatz-Koffer zeigte 66 Nm)
Reaktion....Schulterzucken seitens QM-Leiter und ein Betr.-Techniker der mir an den Hals wollte.
Ich hatte das Audit an dieser Stelle dann abgebrochen.
1 Woche später wurden sie dann abweichungsfrei zertifiziert.
Wohl nach dem Motto: Man darf doch einen gut zahlenden Großkunden nicht vergraulen.
Fazit.
Ich hab den Tanga immer noch auf'm auf dem Kopf. Und wenn ich ein Blumentöpfchen mit Vergiß-mein-nicht dazustelle, wird's sogar richtig kleidsam.
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
Hallo!
Warum regt ihr euch auf? Wir wären doch als Zert.- Auditoren nicht besser. Oder würden wir ein 100% Audit durchführen, wenn die Gefahr besteht das der Kunde flüchten wird? Die Antwort wissen wir: Nö, würden wor nicht. Weil unser Arbeitgeber da was gegen hätte. Und somit bleibt alles beim alten.
Gruß
Michael
Hallo Vivian,
wie sagte mein früherer Zert-Auditor immer bei den Audits: "Wissen Sie, eine Kuh, die man melkt, schlachtet man nicht."
Und damit hat er Recht. Wer würde das tun?
Das System ist falsch. Die Kunden eines zu zertifizierenden Betriebes müssten den Zertifizierer bezahlen und nicht der Betrieb.
Dann würden die Fetzen fliegen. Aber so wie es derzeit in der Schiene ist, muss ich letztlich Michael zustimmen.
Es ist zwar ärgerlich, daher verstehe ich dich. Aber ändern kann man so nichts daran.
Gruß msb
wer die Wahrheit sucht, wird sie finden
Ich denke, jeder kennt Betriebe, bei denen man auf den ersten Blick sieht, dass das Zertifikat gekauft wurde.
Daher sollten Zertifizierungsgesellschaften bei nachweisbaren Qualitätsmängeln mithaften und - analog den Fluggesellschaften - eine "schwarze Liste" geführt werden.
Martin S
Moin zusammen,
Hmm, wundern tut es mich nicht, wenn solche Dinge passieren.
Leider ist es so, dass das bei den Beispielen viele Dinge falsch gelaufen sind. Firma, Kunde, Zertifizierer ... alle tragen daran Mitschuld.
Aber eine der Gretchenfragen lautet für mich: Liefern solche Firmen Qualität im Sinne von "Erfüllung der Kundenwünsche" ab? Wenn ja, dann kann sich hier keiner beklagen so lange es funktioniert.
Viel für wenig Geld führt eben auch dazu, dass man genau das bekommt ;-).
Euch frohes Schaffen und viele Grüße von der Küste
Qmarc
___
You may say I´m a dreamer ... but I am not the only one ...
Hallo zusammen,
dass Zertifikate manchmal eine Frage der Anzahl Geldscheine sind, ist leider so.
@QMarc: Wie soll denn eine Firma gute Qualität liefern, wenn sie nicht mal messen kann ob die Anforderungen erfüllt sind (s. Haralds Beitrag)? Jede "gute" Lieferung ist dann ein Glücksspiel und selbst wenn es eine zeitlang funktioniert, wird irgendwann der Moment kommen, an dem niemand merkt dass schlechte Qualität rausgeht. Das ist auch im Sinne des Risikomanagements in Zeiten überschaubarer Lager ein absolutes Risiko für jeden Kunden.
Viele Grüße
Barbara
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Eine gute wissenschaftliche Theorie sollte einer Bardame erklärbar sein.
(Ernest Rutherford, Physiker)
Hallo zusammen,
nach langer Zeit wieder einmal ein Thema zu dem ich meinen Senf abgeben möchte.
Am Schluss bleibt eine Frage, die sich jedes Unternehmen (auch Zertifizierer) stellen soll:
Kann ich mir das Risiko leisten, oder eben nicht, Abweichung hin oder her.
Gruss
Carlos
Hi Carlos,
ist ja nicht nur eine Frage des Risikos.
Da spielen kulturelle Aspekte auch mit rein.
Diese Tage hab ich nen interessanten Standpunkt gehört.
Aktuell leben wir im Zeitalter des Homo Rhetoricus.
D.h. irgendwelche Eloquenzbestien umstricken unangenehme Tatsachen mit edelstem Rhetorikgarn....und wehe man zieht am losen Ende.
Da muss man auch mal den "Et hett scho immer jutt gegange"-Kultur-Joker akzeptieren.
Wie z.B. in meinem obenstehenden Beispiel.
In der Ecke herrschte seinerzeit eine Arbeitslosenquote von 1,x %
Folge:
Wenn man den Leuten zuviel Feuern unterm Hintern gemacht hat, sind die kommentarlos und schnurstracks raus- und auf der anderen Strassenseite in die geöffneten Arme der nächsten Firma reingeschlendert.
Das war dort Kultur.
Auch bei den Kunden. Bloß kein Stress.
Und die handvoll Autos, die wegen lockerer Fahrwerksteile inne Hecke fahren, sind dann auch eher ein Fall für die PR-Abteilung.
"Ja....aber...."
wird der anspruchsvolle TS'ler sagen.
"....was ist, wenn da mal keine Hecke -sondern was anderes- steht ?"
Dann lernen sie in Windeseile das flämische Wort für Korinthenkacker.
War 'ne interessante (Nahtod-)Erfahrung für mich ;-D
Muss grad an Ironic von der guten Alanis denken.
It's like ten thousand spoons when all you need is a knife ...
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
geändert von - Harald E on 14/07/2009 12:20:29
Hallo zusammen!
Klärt bitte mal eben einen Außenseiter auf! Ich dachte den Diskussionen der letzten Jahre entnommen zu haben, daß gerade bei der TS das Zertifizierungswesen stark von der Kundschaft (= Automobilindustrie) gesteuert sei. Und jetzt lese ich, daß man an den Lappen genauso billig kommt wie an die 9001?????? (um mich gewissen Vorrednern anzuschließen - wenn auch in schlichtem Dunkelblau).
Unsere Erfahrungen bisher: TS-zertifizierte Lieferanten können genauso Schlonz liefern wie alle anderen. Aber bei unseren Lieferantenaudits ist noch keiner unangenehm aufgefallen - ganz im Gegenteil zu "nur" ISO.
Schöne Grüße
Frank
"Es ist alles gesagt - nur noch nicht von jedem." (Karl Valentin)
Hallo Frank,
ich passe.....wäre aber nichtsdestotrotz ebenfalls an einer Aufklärung interessiert.
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
@Vivian: !!!!!
Aber Fragezeichen finde ich jetzt auch nicht schlecht, da aber eher drei, und zwar die bunten...
@haraldE: "Et hett scho immer jutt gegange"
Du verbringst nicht viel Zeit in Köln, oder? Da sind nämlich 2 "g" zuviel drin...;-) )
Gruß
Evereve99
?Hast Du die ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden, der seine Unterhose auf dem Kopf trägt.?
? TERRY PRATCHETT, MUMMENSCHANZ
@evereve
<schäm>
Aber hast Recht.
Mit Kölsch (verbal) hab ich mehr Schwierigkeiten als mit Kölsch(flüssig).
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
Hallo,
ich bin aus allen Wolken gefallen. Über das Problem Qualität und Zertifizierung/Zertifizierungsgesellschaften haben wir in den letzten Jahren immer wieder ausführlichst diskutiert. Ich glaube, dass Thema müssen wir nicht wieder wieder aufwärmen.
Ich hätte jedoch in meinem grenzenlosen Optimismus oder wahlweise meiner Naivität wenigstens ein bissel damit gerechnet, dass wenigstens unter dem oft puplizierten und bejammerten Druck seitens der Kunden mit der TS ein kleines bissel mehr Qualität einkehrt.
Die Schmerzresistenz der Kunden versetzt mich allerdings in grenzenloses Staunen. Da wird ein Murks geliefert, Reklamationen nicht zeitnah bearbeitet, SPC kann man vollkommen vergessen etc. etc.
Was nützt ein aufgeblasenes perfektioniertes und auf die Spitze getriebenes Regelwerk und all die schön sauber definierten Kundenanforderungen, wenn auch wieder alles durchgewinkt wird. Was ist die nächste Stufe - noch mehr Regelwerk - na ja wir sind halt Deutsche Papiertieger - nur hat man uns die Zähne rausgerissen.
Ich schließe mich Frank an - meine Erwartungshaltung war nicht allzu hoch, aber immerhin höher als bei der 9001.
Hängt die Pappe ab und ab in die Tonne.
Schönen Feierabend
Vivian
Hallo zusammen,
ich wundere mich, daß euch dieses Thema in Erstaunen versetzt. Ich kenne diese Problematik schon seit Jahren hauptsächlich von Lieferantenbesuchen in Osteuropa und südlich der Alpen. Da hängen tolle Zertifikate eines namhaften deutschen Zertifizierers (immer der gleiche). Beim Betreten der Firma fühlt man sich ins Zeitalter der Industrialisierung zurück versetzt und merkt sofort, hier funktionieren nicht mal die einfachsen Dinge.
Wenn die Automobilkunden dies dulden, dann ja nur auf Druck des Einkaufes. (Vorgabe: Wir müssen sparen, koste es was es wolle)
In diesem Moment bin ich dann doch froh, daß wir von unseren Lieferanten kein TS Gedönse verlangen.
Gruß
Eldra
Noch mal auf Deutsch, um sicherzustellen, daß ich's auch wirklich kapiert habe:
Ich kann auch an die Großkunden, die lauthals 0 ppm fordern, jeden Mist aus jedem Saustall liefern, solange ich einen Farbdrucker habe und ein DTP-Programm bedienen kann?
Schöne Grüße
Frank
"Es ist alles gesagt - nur noch nicht von jedem." (Karl Valentin)
Moin Frank,
einfach ausgedrückt.
Solange der Kunde so tut, als ob er mir TS-konformen Aufwand bezahlt, tue ich so, als ob ich TS konforme Produkte liefere.
Noch ein Wort zu
"jeden Mist aus dem Saustall"
Die horrend hohe Zahl der Rückrufaktionen und Garantiefälle muss ja irgendwo herkommen.
Heerscharen von Experten, Entwicklern, Designer, Ingenieuren, hochspezialisierte PC-Programme, "fähige Prozesse" , phänomenales Materialwissen
sollten eigentlich bessere Ergebnisse erzeugen können.
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
[quote]Heerscharen von Experten, Entwicklern, Designer, Ingenieuren, hochspezialisierte PC-Programme, "fähige Prozesse" , phänomenales Materialwissen
sollten eigentlich bessere Ergebnisse erzeugen können.[/quote]
Haralds Aufzählung möchte ich nur noch mit dem Stichwort "fähige super-komplexe Mess-Systeme in kleinsten Dimensionen" ergänzen.
Viele Grüße
Barbara
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Eine gute wissenschaftliche Theorie sollte einer Bardame erklärbar sein.
(Ernest Rutherford, Physiker)
....höchst fähige Manager nicht vergessen ;-)
Das 6. M (wie Mogelpackung, Millionenboni, Massenentlasser oder Moneymaker) ;-)
Wenn's nicht so völlig sinnlos wäre, könnt man diesbezüglich ein aufschlußreiches Ishikawa an ein Flipchart pinnen.
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
jetzt ist der Thread richtig in Schwung gekommen.
Bitte nicht aufhören ...
Hallo,
na jut, ich bin wieder um eine Illusion ärmer und mein Optimismus hat sich als unbegründet erwiesen. Das Dumme an der Geschichte ist nur, dass der Aufwand zum Tricksen, Täuschen und Fälschen vor der Zertifizierung oder einem Kundenbesuch exorbitant steigt. Na zum Glück ist das derzeit nicht mein Thema.
Hat "zufällig" jemand die TS als PDF zur Verfügung? Ich bin leider nur in Besitz einer ziemlich zerfledderten "Sicherheitskopie", die möchte ich momentan nicht unbedingt aus der Tasche ziehen und zu einer Privatinvestition sehe ich mich gerade nicht motiviert.
Schöne Grüße
Vivian
Hallo Vivian!
Du auditierst Unternehmen nach TS und der Laden, für den Du schaffst, hat die Norm offiziell nicht?
Darf ich Euch mal auditieren.... ;-(
Schöne Grüße
Frank
"Es ist alles gesagt - nur noch nicht von jedem." (Karl Valentin)
Bin zwar im MP-Bereich tätig, aber wenn ich das hier so verfolge, würd auch mich die TS 16949 durchaus mal interessieren.
Also schließe ich mich Vivian an - falls jemand bei Gelegenheit grad mal ne pdf zur Hand hätte... Ich danke im Voraus!
Mit Zertifikaten läufts also überall gleich... Irgendwie beruhigend - oder auch nicht!
Einzige Ausnahme - wenn mal ne staatliche Behörde ins Spiel kommt (Bsp. FDA), dann wirds tatsächlich "spannend"...
Bin mal auf die Unterschiede zwischen 16949 und den MP-Vorgaben gespannt.
Gruß
M
"Einzige Ausnahme - wenn mal ne staatliche Behörde ins Spiel kommt (Bsp. FDA), dann wirds tatsächlich "spannend"..."
Ja, aber ist doch irgendwie klar..
Da kann ich nicht mal eben den Zertifizierer wechseln.
Die Lösung ist also: Wir brauchen ein BafÜa!!
Gruß
Evereve99
?Hast Du die ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden, der seine Unterhose auf dem Kopf trägt.?
? TERRY PRATCHETT, MUMMENSCHANZ
Wie verhält es sich eigentlich mit den Verantwortlichkeiten? Steht denn ein Zertifizierungsunternehmen denn nicht auch in der Verantwortung? Angenommen es wird ein Zertifikat verkauft, und ein Kläger (Todesfall durch Produktfehler) kann nachweisen, dass trotz gravierender Mängel des Qm-Systems des Angeklagten, unerlaubterweise ein Zertifikat ausgestellt wurde. Klar, die Beweislage ist schwierig, aber erfüllt das nicht den Tatbestand des Betruges oder grobe Fahrlässigkeit? Wenn ich mit dem Auto, mit frisch geklebter Tüv Plakette, die heiligen Hallen des Tüvs verlasse, und nach hundert Metern gegen einen Baum fahre weil die abgefahrenen Bremsbeläge ein Bremsen nicht mehr zulassen, dann steht doch der KFZ Tüv doch auch am Pranger.
Gruß, derBernd
Hallo!
Aussage eines TÜV Prüfers auf Nachfrage: Nur weil Sie eine Plakette von uns haben, heißt es nicht, dass ihr Auto auch Verkehrssicher ist. Noch Fragen? Ebenso wie ein Audit, ist eine TÜV Prüfung nur eine Momentaufnahme. Ob das System 2 oder 3 Tage, Wochen, Monate oder h später versagt, wird hier nicht berücksichtigt. Denn wo Menschen sind, gibt es Fehler. Da ist es unerheblich ob das System gut, schlecht oder zertifiziert ist.
Gruß
Michael
Hallo Gemeinde,
Ich habe mir vor einiger Zeit überlegt, mir den TS-Auditor privat zu gönnen, um meinen potentiellen (virtuellen) Marktwert zu steigern. Wenn ich das jedoch bewerte, was ich gerade erlebt habe, könnt? ich die fälligen Eurolinge auch verschenken ? bitte jetzt keine ?Bitte-bitte-Mails? schreiben.
Mich ärgert nur, dass Unternehmen immer höhere Anforderungen an die Qualifikation ihrer Mitarbeiter stellen und selbst ??. Man findet vollkommen schräge und durchgeknallte Organisationsstrukturen vor, die vollkommen frei von jeglicher Systematik, gesundem Menschenverstand und zwischenmenschlichem Anstand sind. Anschließend wird darüber gejammert, dass man die falschen Mitarbeiter habe und auf dem Markt kein geeignetes Personal finde.
Stopp: Ich begebe mich schon wieder auf den Philosophietripp und das endet meist in einer endlosen und vor allem ergebnislosen Diskussion ? hat eh keinen Zweck. Es sei denn, ich versuche mich endlich als Feelancer.
Zum Thema Haftung:
Sagt mal ehrlich, interessiert sich wirklich jemand in Deutschland für Haftung? Es ist doch in Deutschland unendlich schwer und langwierig einen Haftungsfall bis zum Bundesgerichtshof durchzuboxen. Es dauert Jahre und ist ein reines Privatvergnügen des Betroffenen. Man muss das ganze Theater vorfinanzieren und am Ende streiten sich jahrelang irgendwelche Gutachter ? man denke nur an Kunstfehler im Krankenhaus. Die nach Jahren des nervenaufreibenden Streits zu zahlenden Kosten in Form von Schmerzensgeld etc. sind meist überschaubar. In den USA sieht das schon ganz anders aus. Dort ist richtig Geld im Spiel. Ich habe vor kurzem in einer Wirtschaftszeitung gelesen, dass diesem Trend jedoch Einhalt geboten werden soll. Also auch die blanke Dummheit (Beispiel heißer Kaffe usw.) könnte auch dort bald keine Millionen mehr wert sein.
Übrigens der TÜV haftet tatsächlich nicht, wenn er bei der TÜV-Prüfung etwas übersieht. Soweit ich mich erinnern kann, ist ein entsprechender Fall vor ein paar Jahren entsprechend entschieden worden. Die TÜV-Prüfung am Fahrzeug ist eine reine Gelddruckmaschine und ein Feigenblatt, wie die Q-Zerti. Stellt euch mal vor, ihr fahrt nach TÜV-Prüfung vom TÜV-Gelände, kracht in ein tiefes Schlagloch ? Achse reißt an ? 50 m weiter wartet eine Kurve mit einem weiteren Schlagloch (Achse reißt) auf euch und mit einem Baum in der Abflugrichtung ?? Interessanter wird der Fall, wenn der TÜV vollkommen marode Bremsen durchgehen lässt ? vor ein paar Jahren ist doch ein ziemlich dramatisches Busunglück mit Toten und Schwerverletzten passiert, der Bus war kurz vorher in der TÜV-Prüfung. Hat jemand mitbekommen, wie die Geschichte ausgegangen ist?! Ein kurzer öffentlicher Aufschrei und dann ??
Schönen Gruß
Vivian
Ich seh' auch schon doppelt, ich mach' jetzt Schluss - hab wohl bei Strg - V gleich zweimal drauf gehauen.
geändert von - Vivian on 17/07/2009 12:40:43
Ich seh schon alles doppelt ...
Das muss am Alter oder am Stress liegen *ggg*
Aber zustimmen muss ich trotz alledem : That's the way it is.
Rossy
[Überstunden werden nicht bezahlt - Überstunden machen sich bezahlt.]
nee Rossy liegt am Freitag, die Spuren der Woche kommen an diesem Tag eben zum Tragen und bringen seine Blüten hervor.
Aber es heißt ja auch doppelt genäht hält besser und bei diesem Beitrag kann man dem auch zustimmen.
Gruß msb
wer die Wahrheit sucht, wird sie finden
Und ich dacht schon, es geht nur mir so... ;-)
Hallo QM-Gemeinde,
wie heißt es so schön, in den Kosten liegt der Gewinn und Kosten entstehen wenn ein Unternehmen übermäßig viele nicht wertschöpfende Tätigkeiten ausübt.
Ich kenne bis dato noch kein Unternehmen, das durch eine Zertifizierung seine betriebswirtschaftliche Lage nachhaltig verbessert hat.
Warum sind eigentlich die erfolgreichsten Unternehmen nicht zertifiziert????
Wollen oder können sie sich die Zertifizierungskosten nicht leisten?????
Nein!!! Um wirklich innovativ und erfolgreich zu werden, darf man ein Unternehmen nicht in ein enges Korsett stecken, wie es zum Beispiel die ISO/TS 16949 macht.
Der Erfolg eines Unternehmens beruht immer auf die 5Q?s
- Mitarbeiterqualität
- Prozessqualität
- Produktqualität
- Dienstleistungs- und Servicequalität
- Unternehmensqualität
Ist es im Alltag nicht oft so, dass man Prozesse verbessern möchte aber wir die Optimierung nicht durchführen können, weil wir damit irgendwelche Normanforderungen verletzen??
Ich möchte meinen bescheidenen Betrag mit einen Zitat von Henry Ford beenden.
?Wer immer nur das tut, was er bereits kann,
wird immer das bleiben, was er bereits ist.?
Gruß
André
....und noch ´nen Spruch zum Thema von mir:
"Alles was wir ausschließlich für die Zufriedenheit des Auditors und zum Erlangen des Zertifikates tun, ist für den Anus!
Gute Zeit!
Qualyman - Qualitäter aus Überzeugung und Leidenschaft, auch wenn´s mal Leiden schafft!
info ad quality minus first dot de
Hört,Hört
Schönen Gruß
Stefan
"Das ganze Elend kommt daher, dass die Menschen nicht zu Hause bleiben."
Es ist wirklich, toll was Ihr da schreibt.
Ich merke bzw. sehe auch dieses Problem, das Firmen nur einen Zettel an der Wand haben wollen und nichts für das System übrig haben. (Geht nur um die Ausschreibungen um dabei zu sein). Aber die eine Firma die Zertifikate ausstellt, kennt ja schon ein jeder. In Zukunft werden sicher die Verbesserungen eines System das Thema sein, welche auch hinterfragt bzw. dokumentiert werden. Viele haben Ihre Forderungen an die Prozesse noch nicht durchschaut, hier gibt es schon gesetzliche Anforderungen (Produkthaftung). Es muss wirklich immer etwas passieren, damit etwas umgesetzt wird. Hier kann ich eldra nur recht geben.
Nichts desto trotz, man muss nach vorne schauen.Die schwarzen Schafe, kennt man von den weissen heraus.
Hallo Andre.A
Wie kommst Du darauf das die erfolgreichsten Unternehmen nicht zertifiziert sind? Hast Du da Beispiele?
Gruß
Michael
Hallo,
also das Thema TS habe ich für mich abgehakt. Man schafft einaufgeblasenes, martialisches und wortgewaltiges Werk und die Luft pfeift heraus, wie in einem löchrigen Heißluftballon.
Zum Unternehmenserfolg - beleuchtet nach allen denkbaren Facetten - gibt es die Studie EXBA. Auszüge davon werden recht regelmäßíg in der QZ manchmal auch in der Impuls veröffentlicht.
Der Zusammenhang zwischen Zertifizierung und Unternehmenserfolg wurde in meiner etwas angetrübten Erinnerung wohl schon beleuchtet. Ich kram mal zu Hause, ob ich mir den Beitrag eventuell aufgehoben habe. Wenn ich noch was finde, meld' ich mich nochmal.
Schöne Grüße
Vivian
Hallo Vivian!
Suchst Du das?
http://www.exba.de/index.php?article_id=78
Gruß
Michael
Hallo Michael,
holla - die Ergebnisse sind ja neuerdings online abrufbar - das habe ich noch nicht gewusst.
Ich habe irgendwann mal eine "Sicherheitskopie" von einem teureren kostenpflichtigen Auszug aus einer umfangreichen Studie bekommen.
Ich werde gleich mal intensiver schmökern.
Schönen Tag noch
Vivian
Hallo kritische Genossen und Genossinnen!
"Vergesst die TS 16949!", so die Überschrift.
Das liest sich, wie wenn man zu Christen sagt: "Vergesst die Bibel!"
Es liegt doch an jedem Einzelnen, was er daraus macht!
Beide Bücher machen einen Sinn!
Gute Zeit!
Qualyman - Qualitäter aus Überzeugung und Leidenschaft, auch wenn´s mal Leiden schafft!
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Hallo Qualyman,
ich gebe dir vollkommen recht. Wie ich schon oben geschrieben habe, hat Zertifizierung nicht unbedingt etwas mit Qualität und Qualitätsmanagement zu tun. Die Diskussion wollte ich eigentlich nicht wieder anstoßen - das ist wie: Täglich grüßt das Murmeltier.
Ich hatte nur eine etwas andere Erwartungshaltung. Das Problem meinerseits (ganz bewusst "meinerseits") liegt darin, dass ich mich ganz gern beruflich intensiver mit der TS auseinandersetzen würde. Im Moment bin ich im Tagesgeschäft recht weit davon entfernt. Als quasi "Außenstehende" nehme ich das wahr, was öffentlich kommuniziert wird - die Maximalforderungen.
Nun bin ich halt bei der "Besichtung" eines TS-Systems aus allen Wolken gefallen, als ich feststellen musste, dass diese Norm genau so lasch zertifiziert wird wie die 9001. Also: Täglich grüßt das Murmeltier - was soll ich mit dem Zertifikat - schade ums Geld.
Schöne Grüße
Vivian
Hallo Michael,
ich bin in der Nutzfahrzeug- und PKW-Branche groß geworden.
VW
BMW
Ford
Daimler
OPEL
Toyota usw. sind nicht nach ISO/TS 16949 zertifiziert.
Die Fa. Magna (Standort Steyr) sind nach ISO/TS 16949 zertifiziert. Und als erster Nutzfahrzeughersteller ist die Fa. DAF seit 2006/2007 nach TS zertifiziert.
Die Fa. Microsoft ist nicht einmal nach 9001 zertifiziert.
Gruß
André
Hallo Andre.A (Du Scherzkeks)
Ja glaubst Du denn wirklich das sich Industriegiganten wie Du auflistest, zertifizieren lassen? Ford hat eine 14001 Zertifizierung, weil es Geld bringt. Du hast Vostellungen!
Gruß
Michael
Hallo Michael,
du hast gefragt und ich habe geantwortet.
Sicherlich hat du recht mit deiner Aussage, dass sich die von mir genannten Unternehmen, wegen den finanziellen Aufwand, einer Zertifierung nach ISO/TS 16949 abgeneigt sind.
Warum soll man eine Zertifizierung nach ISO/TS 16949 anstreben, wenn man dadurch keine betriebswirtschaftlichen Erfolg erzielt.
Gruß
André
Hallo!
Wieso betriebswirtschaftliche Gründe?
Es giebt niemanden der es Ihnen vorschreiben oder verlangen kann. Das sind die, die eine TS erfunden haben und von ihren Lieferanten verlangen. Der Kunde wären Du und ich beim Autokauf.
Gruß
Michael
...ist etwas OT, aber Kleinweich als Positivbeispiel für Erfolg trotz Zertifikatsfreiheit? Was auch immer dort zum Firmenerfolg beigetragen haben mag, die Qualität der Produkte wie des Services war es bisher nicht!
PS: Vielleicht wird's ja jetzt. Der Artikel im Spiegel vor 2 Wochen war sehr interessant:
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?titel=Windows+aus+der+Asche&id=65955032&top=SPIEGEL&suchbegriff=microsoft&quellen=&qcrubrik=wirtschaft
Hallo Zusammen,
ich möchte gerne auf den Beitrag von Qualyman antworten.
Leider kann ich Dir nur bedingt Recht geben, wenn Du meinst, es liegt doch an jedem einzelnen.
Wen meinst Du mit "einzelnen"?
Den einzelnen QMB?
Den einzelnen Firmeninhaber?
Den einzelnen Betriebslieter?
Sorry, aber ich denke wir erleben es öfters, dass nicht das Problem das Problem ist, sondern der welcher das Problem auf den Tisch bringt, und das ist nunmal in vielen Fällen der QMB.
Egal ob es sich hierbei um eine normale Reklamation oder eine nicht ausreichende Normkonformität handelt.
Ich persönlich bin nun seit 15 Jahren im Geschäft und höre allzu oft Aussagen von Geschäftsführern und Führungspersonen wie:
- "lassen Sie mich doch mit der Norm in Ruhe, nach dieser kann nie vollständig gearbeitet werde..."
- "wer soll das bezahlen..."
- "das ist doch kein Wunschkonzert"
Ich habe es schon erlebt, dass ich aufgefordert wurde Werte zu manipulieren, Auditberichte zu entschärfen und Zertifizierungsaudits möglicht bis ins Detail vorbereitet ablaufen zu lassen.
Die Tools eines QMB auf derartige Missstände im M-Review aufmerksam zu machen - enden mit dem betrieblichen Ausschluss in welcher Form auch immer.
Eine Abweichung im Z-Audit dagegen wird dem QMB angelastet, da es sicherlich nicht angebracht und strategisch sinnvoll ist, sich zu verteitigen oder andere Mitarbeiter anzuschwärzen.
Eine Rechtfertigung nach einem derartigen Audit endet im Nichts!
Es ist wie beim Fußball, solange Du als Trainer mit Deiner Manschaft gewinnst, bist Du der Größte und wenn die Zeit vorbei ist, kannst Du schauen wo Du eine neue Herausforderung findest.
Ich halte fest, Qualität ist nicht ein Thema von Zertifikaten und Audits, sondern ein Thema von Führung!
Und Führung fängt ganz oben an...solange aber Preis, Kurzarbeit, Weltwirtschaftkrise und die Vertriebslieter die Helden im versteckten Organigramm sind, brauchen wir uns nicht über das Thema Qualität und deren Kümmerer unterhalten.
Auch wenn es hart erscheint, aber genau hier fängt das Problem an und das Unternehmen, welches dies erkannt hat und einsieht, wird sich auch ohne Zertifikat künftig an die Spitze setzten.
Gruss
QM
QM
...Qualyman hat ja nicht gesagt, daß der "Einzelne" der QMB ist. Firmeninhaber und Geschäftsleiter sind auch "Einzelne"...
Hallo Frank,
danke, klar das habe ich schon richtig verstanden.
Nur leider werden in der Regel nicht die in die Verantwortung genommen, welche eigentlich in der Pflicht stehen.
QM
QM
stimmt, stimmt... :-(
Deshalb spreche ich bei Lieferantenaudits auch nie zum QMB, sondern immer schön zum Geschäftsführer!
Schöne Grüße
Frank
"Es ist alles gesagt - nur noch nicht von jedem." (Karl Valentin)
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