Hallo zusammen,weil wir das Thema hier schon mehrfach hatten, mache ich jetzt einfach mal einen Thread auf, in dem a) alle ihre Meinungen loswerden können, b) diese gesammelt werden und nicht wiederum die Fragen von Fragestellern sprengen und c) ich auch mal meine Meinung loswerden kann :-).
Ich persönlich finde, dass es völlig in Ordnung und sogar gut ist, seine Diplomarbeit im QM zu schreiben.
Dies führt hoffentlich irgendwann dazu, dass die QM-Grundbildung steigt, wir uns wieder mehr den wirklichen Herausforderungen in Betrieben an Stelle von immer wiederkehrenden Basisarbeiten stellen können und vielleicht irgendwann auch Leute ankommen, die es können und noch besser werden wollen.
Darüber hinaus schärft eine QM-Diplomarbeit die Sinne für weiche Faktoren (persönliche Eigenschaften, Menschlichkeit, Teamfähigkeit, Konsensbildung etc.) und schafft Grundverständnis, wie eine Firma so tickt.
Was ich grundsätzlich kritisiere ist
a) wenn Diplomanden mal eben die Pappe an die Wand zaubern sollen,
b) Arbeitgeber denken, dass Diplomanden billige Arbeitskräfte sind,
c) die eigentliche Verbesserung gar nicht gewollt ist,
d) die Diplomanden auf weiter Flur alleine gelassen werden,
e) nicht einmal die Norm zur Verfügung steht und
f) die Motivation der Diplomanden fehlt, sich Zusammenhänge selber zu erarbeiten.
Einige von uns hängen sich stark an f) auf. Das ist ok, aber ich bitte euch zu bedenken, dass zu diesem Spiel auch mehrere Faktoren gehören: Vorgaben, die nicht zu halten sind, Unwissen auch auf akademischer Seite und zuguterletzt Studenten, die eigentlich nur eine faire Behandlung und Beendigung ihres Studiums wünschen.
In diesem Sinne, kritische Grüße aus dem Norden,
Qmarc
____
What you gonna do with all that junk?
All that junk inside that trunk ...
Antworten:
Hallo QMarc,
ich finde es selten sinnvoll, eine Diplomarbeit im QM zu schreiben. Für mich gibt es neben den von Dir angesprochenen wichtigen Punkten noch mindestens zwei weitere Punkte:
g) Ein Diplomand hat meist keine stärkere Bindung an die Firma, denn das Ziel ist (jedenfalls nach dem, was hier so aufschlägt) meistens das Diplom und sehr viel seltener (weil seltener von der Firma angeboten) einen Job in der Firma zu bekommen.
h) Diplomanden sind im Allgemeinen 25 Jahre alt oder darunter. Ihnen fehlen (sehr oft) eigene Berufserfahrung. Nun sollen sie andere Menschen zu einem System motivieren, dass sie selbst in der Praxis noch nicht gelebt haben (können).
Beide Punkte sind für mich logisch und stellen keine Abwertung von Diplomanden dar, sondern vielmehr Punkte, die sich eine qualitätsbewusste Firma noch mal überlegen sollte, bevor sie so eine Diplomarbeit vergibt.
Viele Grüße
Barbara
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Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Hallo Barbara,
g) und h) stimme ich uneingeschränkt zu. Nur bitte ich zu bedenken, dass jeder lernen kann und Diplomanden sollten dies in einem sehr hohen Maß tun können.
Sicher ist es sinnvoll, ein gelebtes System gesehen zu haben, aber viele von uns haben ihre ersten Schritte selbst mit dem Aufbau eines Systems gemacht und dabei vieles gelernt. Deswegen ist das für mich ok.
Vielleicht können wir auf diesem Wege die alten Hasen unter uns motivieren, Diplomanden mal reinschnuffeln zu lassen. Vielleicht ist ja jemand bereit einen Diplomanden 1 Woche oder mehr mitlaufen zu lassen oder ihm einfach mal QM zu zeigen.
(Anmerkung: Eines möchte ich jedoch mit dieser Idee ausdrücklich nicht: Diplomanden die dann wieder nur unbequeme Arbeiten als Generation Praktikum erledigen müssen.)
@Diplomanden: Wer hat Interesse an einem gelebten QM?
@alte Hasen: Wer ist bereit den Youngsters mal ein funktionierendes QM zu zeigen?
@Berater: Nimmt jemand von euch Praktikanten mit zum Kunden?
Viele Grüße
Qmarc
Hallo....
ok... was geht ab? Einfach gesprochen:
Wir kämpfen jeden Tag an vielen Fronten:
Intern....keiner mag uns....
Extern... Kunde beschimpft uns, meckert rum
wir meckern mit den Lieferanten....
Dann kommen junge, forsche Menschen.... und sollen in wenigen Wochen das Rad neu erfinden.
Es liegt nicht an den Diplomanden, die werden da reingepresst.... und finden... UNS!
Was sollen wir nun tun? Ihnen die letzten Illusionen rauben so wie ich es neulich mit einer jungen Dame machen musste, die ein Kanbaan System für Lieferanten einführen sollte... Ziel war nur die Wareneingangsprüfung abzuschaffen..... hat sie aber dummerweise erst gemerkt, als ich sie mit der Nase draufgestoßen habe....
Anyway, ich denke, wir helfen alle gerne. Und wenn man uns nett fragt und wir einen Willen zur Selbsthilfe erkennen wachsen wir auch über uns hinaus.
Nur: Die meisten Diplomanden gehen den einfachen Weg, sie haben nämlich auch nur begrenzt Zeit. Und da ist es klar einfacher hier zu Fragen.
Liebe Diplomanden und -innen: Auch wir haben nicht alles an einem Tag gelernt! Viele von uns haben nicht in der Uni gesessen, haben nicht mit Diplomen um uns geworfen. Wir machen den Job, weil wir ihn LIEBEN!!!
Und nicht, um jemandem ne Pappe an der Wand zu verschaffen oder uns ein Diplom zu verschaffen. Wir leben von unserem Job, und unser Einsatz hier ist ein Hobby, bei dem wir VONEINANDER lernen.
Also, liebe Universitätsabsolventen: Seid nett zu uns. Helft ihr uns auch, indem ihr eure Hausaufgaben macht. Lernt die Basics!
Und stellt bitte Fragen, aber so genau wie möglich.
Es stellt sich bei vielen gerade eine Allergie ein bei Fragen wie:
Ich muss das und das machen... hat da wer ein Formular...
Ich hätte gerne die Prüfungsfragen.....
Ich wünschte mir, ihr stellt euch vor.... euer Problem... eine Idee, wie ihr es lösen wollt.... und dann fragt, ob es Sinn macht... oder was man verbessern kann.....
Auch sowas hatten wir hier...
Und dann macht es auch uns Spaß!
Dino
(der den Job seit über 10 Jahren macht und ihn immer noch liebt)
Vielleicht bin ich ein Clown
dem niemand eine Manege baut,
vielleicht bin ich ein hohler Baum
der von Blättern und Blüten träumt.
Novalis
Hallo,
Diplomarbeit und QM passen für mich leider nicht so ganz zusammen. Warum?
1.) Der Diplomand hat, wie Barbara bereits sagte, nur seine Arbeit im Kopf. D. h. er orientiert sein Handeln an der Diplomnote und somit an einem "Hochglanz"-System (bzw. an dem, was sein Prüfer gerne hätte) welches leider oftmals weit von betriebl. Belangen entfernt ist.
2.) Ein Unternehmen, welches sein QM-System durch eine Diplomarbeit erstellen lassen will, sollte am Besten die Finger davon lassen (und der Diplomand, wenn er das merkt, auch). Dieses Unternehmen bzw. dessen Leitung hat ein grundfalschen Ansatz, denn ein praktikables und nutzenbringendes System benötigt Zeit und muss (nach)justiert werden.
3.) Der Diplomand, und wer sollte es ihm verdenken, wird doch nicht einen Job, der normalerweise gut bezahlt ist, für Lau machen (Ausnahme -> Einstellung nach Diplom). Also optimiert er seinen eigenen Einsatz und dies leider nicht zum Nutzen des Unternehmens.
4.) Viele Studenten, die in diesem Bereich ihre Diplomarbeit schreiben, beherrschen eine m.E. grundlegende Fähigkeit noch nicht, nämlich das Zuhören und Analysieren. Dies ist nicht weiter verwunderlich, haben wir gestandenen QMler doch alle dafür einige Jährchen gebraucht.
So, nun beende ich meinen Kommentar und stürze ich in den drohenden Regen.
Isoman
Hallo zusammen,
damit ihr mich nicht missversteht, von mir folgendes Ergänzungsstatement. Ich hatte nicht davon gesprochen, dass ein Diplomand eine Firma für lau zur Zertifizierung bringen soll/kann, sondern, dass ich Diplomarbeiten im QM grundsätzlich für gut halte.
Dass aktuell diverse Firmen ihre durch Entlassungen dünne Personaldecke mit Diplomanden auffüllen ist eine andere Sache. Dass diese dort Aufgaben erfüllen, die eher etwas für gestandene QMler ist, ist auch suboptimal.
Nichtsdestotrotz finde ich, dass man von Akademikern das Erlernen übergreifender Zusammenhänge, die Anpassung an menschliche Gegebenheiten und neue Arbeitabläufe (Firma) zutrauen sollte und muss.
Einige von uns haben doch auch am Anfang die Erfahrung gemacht, nicht ernst genommen zu werden, Hilfsjobs zu machen oder durch Praktika zu gehen. Sind wir jetzt besser zu der neuen nachwachsenden Generation?
Ich traue jedem mit Engangement und einem gewissen Grudnverständnis zu, ohne erfahrener QMler zu sein, die ISO 9001 zu verstehen und in einer Firma einzuführen. So ist es doch vielen von uns auch gegangen?!
Für mich bleibt die Frage: Sind wir nicht zu vorschnell im verurteilen der Diplomanden? Verdient nicht jeder seine eigene persönliche Chance?
Zugegebenermassen sind hier schon öfters Abstauberfragen gestellt worden, aber dazu gibt es ja auch eine passende Antwort ...
Viele Grüße
Qmarc
Hallo QMarc,
nupp, das mit der Komplexität sehe ich etwas anders.
Sicherlich wird von Akademikern *erwartet*, dass sie komplexe Zusammenhänge verstehen können sollten. Allerdings gibt es zwischen Soll und Ist ein leichtes Delta (was nicht so sehr an der Dummheit der Akademiker liegt sondern viel mehr an der Dummheit des Ausbildungssystems).
Insofern ist es vielfach ein nachgelagertes Ziel, die Komplexität eines Systems zu erfassen. Das wichtigste Ziel bei der Diplomarbeit ist der Abschluss der Arbeit und damit auch des Studiums. Oft werden Diplomanden in das Thema QM hineingeschubst (der Prof hat gesagt, das wäre interessant) mit dem Ergebnis, dass am Ende nur noch zählt, ob die Diplomarbeit durchgegangen ist oder nicht.
Ein gezieltes und klar abgegrenztes QM-Thema mit entsprechender Vorbereitung ist sicherlich auch für eine Diplomarbeit sinnvoll.
Bei den Fragen, die hier immer wieder auftauchen, haben wir anscheinend eine magische Anziehungskraft auf diejenigen, die nicht so gut vorbereitet wurden oder deren Thema zu komplex ist (Schaff mal die Wareneingangsprüfung ab!) oder die gleich die Zertifizierung nach Norm xy durchboxen sollen.
Viele Grüße
Barbara
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Ich fühle, dass Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens, Schriftsteller)
Moin,
ich mal wieder:
Woran liegt es denn, dass dort Themen vergeben werden, die eigentlich in einer Diplomarbeit nicht zu schaffen sind?
Solange die Unternehmer das System nicht begreifen wird dies immer wieder geschehen.
So einfach sehe ich das.
Da kommt ein junger, dynamischer Mensch in ein Unternehmen, desses GF sich, aus welchen Gründen auch immer, mit dem Thema ISO rumschlagen muss. So ein lästiges, absolut überflüssiges Zeug!
Kost nur Geld. Macht Arbeit. Und dann soll mir noch einer auf die Finger schauen.
Aber der Kunde verlangt es. Was mach in nun? Ach, Herr / Frau Diplomand, schön Sie zu sehen. Diplomarbeit? Ja klar...da hab ich was für Sie. QM und ISO sagten Sie? Klar machen wir das, ist doch logisch.
Aber sagen Sie mal, könnten Sie nicht mal ne Arbeit über das und das... ja ... klar....
Dann bis in nem halben Jahr.... Ja... Und das Zertifikat hinten dran tackern....
Hah...hab ich doch clever gelöst. Der macht mir die Zertifizierung, der Mensch kost mich (fast) nix.....
Läuft doch wohl so, oder? Und wenn die dann durch die Firma gepresst worden sind, dann hat diese Firma ein System, das sieht so aus wie Otti Fischer... unförmig.....
Mir tun sie oft leid, die jungen Menschen, vor allem, wenn sie an nen Menschenfresser wie mich geraten....
Aber: Wenn sie das System wirklich verstehen wollen akzeptieren sie das, ansonsten wächst dort gerade die nächste Generation von "Zertifikatssammlern" auf.
Dino
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Novalis
Moin Moin,
@Barbara:
Das Ausbildungssystem finde ich sooo schlecht nun nicht. Bei uns (Chemie) war es so, dass wir ein klar definiertes Thema bekamen, von dem man aber auch vorher nicht wusste, ob es gelingt oder nicht. Ein Kommilitone von mir bekam ein Thema, an dem schon verschiedene Doktoranden vorher gescheitert waren, und hat es geschafft.
Mit Sicherheit ist die Kombination Wirtschaft / Uni / Professor / Profilierungssucht / Abhängigkeit / Geben und Nehmen unter Umständen problematisch für Studenten, wenn sie zwischen die Fronten geraten. Schließlich wollen die wirklich nur lernen und ihr Studium gut beenden.
Auf der anderen Seite sollten wir uns aus meiner Sicht davor hüten, die Normen zu etwas zu stilisieren, was sie nicht sind. Aus meiner Sicht kann man in einem QM-Thema schon viel lernen und hat durch die Praxisorientierung einem frischen Akademiker von der Uni bei der Jobsuche deutlich etwas voraus.
Wenn die Randbedingungen schlecht gewählt sind (Thema unzureichend definiert, billiger Pappenerwerb etc.), dann muss das System scheitern, aber das ist unabhängig davon, ob ich meine Arbeit im QM oder woanders mache.
By the way: Was hindert denn uns als Qualitäter daran "gute" Themen zu identifizieren und kommunizieren? Was hindert uns daran, jungem Nachwuchs auf dem Weg zu helfen?
Dieses Forum lebt von einem hohen Maß an Engagement und ich finde, Diplomanden können davon profitieren.
Viele Grüße
Qmarc
____
What you gonna do with all that junk?
All that junk inside that trunk ...
Hi,
also imho basiert QM auf gesundem Menschenverstand.
Mit gesundem Menschenverstand kann man jede Art von Bildung ersetzen...umgekehrt funzt das jedoch nicht.
Will niemandem zu Nahe treten.
Aber es braucht teilweise schon jede Menge Selbstbeherrschung nicht gleich laut loszuprusten (oder auf der Stelle tot umzufallen), wenn man Vorschläge, Herangehensweisen, etc. von einigen Diplomierten sieht/hört.
(Stichwort Bullshit-Bingo. Wer's nicht kennt, kann den pdf-File gerne von mir bekommen)
Unser letzter Diplomand vermaß z.B. Drehbolzen mit einem Geo-Dreieck. Den angebotenen Meßschieber lehnte er ab.
Anbetracht seiner Diplomarbeit (Kanbanregal mit 50%iger FIFO-Garantie...Lachnummer) hätte ich den Mann bestenfalls ins Pförtnerhäuschen gesetzt. Nu isser Ingenöhr.
GottseiDank nicht bei uns ;-)
Natürlich gibt es in den Reihen der Diplomanden auch jede Menge gute Leute....ehrlich....hab schon davon gehört.
;-)
Ne, wirklich.
Aber die Mischung aus gesundem Menschenverstand und Fingerspitzengefühl macht's.
Gruß
Harald
Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
Moin,
der letzte Absatz im letzten Postings von QMarc ist eine Aufforderung an uns alle. Sollten wir QMler nicht auch aktiv werden, um einem angehenden Akademiker eine gut definierte Aufgabenstellung zur Studienarbeit oder Diplomarbeit anzubieten? Damit entschärfen wir die gesamte Situation bereits im Vorfeld.
Aber - und nun hau ich mal auf die angehenden Akademiker - leider hab ich schon Fälle erlebt, wo eben diese Leute, bedingt durch ihr, nach ihrer Meinung, wesentlich aktuelleres Wissensfundament (leider gibt es ja immer mehr Mode-Managementtools) uns alten QMlern sowie anderen Kollegen im Betrieb mit einer gewissen Arroganz begegnen. In diesen Fällen geht bei mir dann sehr schnell die Klappe zu.
Ich hoffe, dass es sich mal wieder einbürgert (wie es bei den Technikern schon immer üblich war), dass die "jungen Wilden" sich erst mal beim Bier oder anderem Getränk mit ihren zukünftigen Kollegen/Partnern auf Zeit zusammensetzen und es ein gegenseitiges "Beschnuppern" gibt. Dies kommt in der heutigen Zeit und Unternehmenskultur mittlerweile nicht mehr so oft vor und verursacht dadurch bereits zu Beginn Disharmonien.
IsoMan
Nochmal IsoMan....
Das Posting von Harals E war zu schnell, bestätigt aber meine Aussage bzgl. der tw. vorzufindenden Arroganz -> Geodreieck vs. Meßschieber.
Da hilft dann auch kein Diskutieren mehr. In diesen Fällen muß man halt wirklich nur noch konkret anweisen!!!
Resultat im Kopf des Betroffenen "diese Betriebsleute haben seit Jahren nichts dazugelernt und sind sowieso nicht auf dem Stand der Zeit" und schon sind die entspr. Schubladen besetzt.
Acu ja, natürlich gibt es auch Leute, die ihr Wissen seit der Ausbildung/Studium nicht mehr aufgefrischt haben.....
IsoMan
Hallo zusammen,
auch ich möchte kurz meine Meinung zu diesem Thema loswerden.
Ich habe, wie auch schon die meisten meiner "Vorredner" den Eindruck, dass manche Diplomanden oder generell "QS-Neulinge" sich von diesem Forum quasi die eierlegende Wollmilchsau erhoffen.
"Kann ich mal dieses Formular haben...hat mir jemand eine fertige Präsentation..."
Nichts gegen Fragen, die einigermaßen fundiert sind, ganz im Gegenteil.
Wir haben schließlich auch mal bei 0 angefangen.
Oftmals vermisse ich aber den "Biss", sich auch mal selber, ohne fremde Hilfe Wissen anzueignen;es zumindest versuchen und nicht gleich die Lösung vor der Aufgabe haben zu wollen.
Wenn ich überlege, was es in meiner Anfangszeit für externe Unterstützung gab...kein Internet, kein Super Rossmanith Forum...
Bücher wälzen, Kurse besuchen, Erfahrung sammeln war dort angesagt.
Gut das ist schon fast 20 Jahre her, und die Zeiten haben sich (leider) gewaltig geändert. Die Zeit, die man vor 10 oder 15 Jahren noch hatte gibt es heute einfach nicht mehr. Es heißt nur noch: immer noch mehr in immer kürzerer Zeit...
Trotzdem sollten alle Interessierten, egal ob Diplomies, Neulinge... ihre Fragen stellen (dürfen)
Die Beantwortung der Fragen bleibt ja dann jedem selbst überlassen und es liegt schließlich mit an den Forumsteilnehmern, die Neulinge zu unterstützen, um irgendwann mal vom Neuling zum Profi zu werden.
Letzendlich ist es ein gegenseitigen Geben und Nehmen was natürlich nicht einseitig ausgenutzt werden darf.
Viele Grüße
QU
Hallo zusammen,
als momentaner "Radneuentwickler" und "arroganter Geodreiecksnutzer" wollte ich meine Meinung zum Thema DA im QM loswerden:
Für mich ist es das Beste, was mir passieren konnte. Nirgendwo sonst habe ich die Möglichkeit, so in die betriebliche Praxis eingebunden zu werden und die Abläufe eines Unternehmens kennenzulernen. Die "Standard"-DA eines Ings ist doch, dass man sich 3 Monate mit seinem CAD System oder Prüfstand in eine Ecke verzieht und dann wieder mit Ergebnissen herauskommt! Super, vom Berufsleben immer noch nichts mitbekommen...
Für mich steht definitiv fest, das es danach im QM weitergehen soll, egal ob man nun auf Personen trifft, die von Studenten im QM etwas halten, oder nicht! Auch die Ausbildung an der Hochschule war so schlecht nicht. Man bekam die Möglichkeit, seine QMB Prüfung zu machen, diverse Vorträge des Regionalkreises der DGQ zu besuchen usw. man konnte also was finden, wenn man denn will!
Daher meine Bitte an euch alte Hasen:
Gebt uns eine Chance! Nicht jeder ist ins QM geschlittert, weil er musste, einige machen das auch aus Überzeugung...
Gruß
tsweep
geändert von - tsweep on 29/05/2007 12:41:30
[quote]
Hallo zusammen,
Daher meine Bitte an euch alte Hasen:
Gebt uns eine Chance! Nicht jeder ist ins QM geschlittert, weil er musste, einige machen das auch aus Überzeugung...
Gruß
tsweep
[/quote]
Moin,
und genau das merkt man an den Fragen.....
Dino
Vielleicht bin ich ein Clown
dem niemand eine Manege baut,
vielleicht bin ich ein hohler Baum
der von Blättern und Blüten träumt.
Novalis
Hallo zusammen,
als ich Arbeitslos vor 1 1,2 Jahren war, besuchte ich an einer UNI QM Kurse. (Mit bekannt gabe beim AA) Was ich da erlebt habe geht auf keine KUHHAUT. Die 15 min. wurden mal bis zu einer Halben Stunde überschritten. Die Begeisterung zu den Tehmen waren so hoch, Handy waren nicht auf leise getsellt u.s.w.
Doch eins kam mir zu gute das ich schon vieles wußte:bei den Übungen wurde von den Assis sehr auf PÜNKLICHKEIT geachtet. Ja ich wußte schon das man Pünklich sein sollte. Kein Scherz!
Die Unterlagen waren sehr gut so dass man sich ein gutes Bild machen kann. Vieles wurde bei den Vorlesungen erklärt. Doch wenn man an diesen nicht Teilnimmt kann das schon zu Lücken führen.
Was mich sehr erschrocken hat war die Einstellung unsere STUDIS.
Bis auf ein paar Scheine für QM habe ich auch viel über die Einstellung an unseren Unis erfahren.
Sorry dies ist meine PERSÖNILCHE ERFAHRUNG
Gruß Schimmy
Hallo,
prinzipiell finde ich es gut, wenn die Chance besteht DA im Bereich QM zu schreiben. Ich hatte die Chance bei der Einführung der TS 16949 unterstützend tätig zu sein. Anschließend habe ich Aufgaben im Unternehmen übernommen und meine DA über ein anderes QM Thema geschrieben. Mittlererweile bin ich fest angestellt! Allerdings wurde ich auch nicht komplett alleine gelassen. Sowohl Betreuer im Unternehmen als auch mein Prof. und dieses Forum waren unterstützend tätig.
Ihr alle werdet wissen, dass nicht unbedingt jeder zweite in den Bereich QM wechseln will. Und von denen die wechseln, sind einige nur bedingt brauchbar. Meiner Meinung nach ist das Ranführen bzw. reinschnuppern über konkret benannte, umsetzbare und abgegrenzte Themen die beste Möglichkeit qualifizierten und motivierten Nachwuchs zu bekommen! Die Ing. sterben genauso wie das Diplom aus!
Gruß smurf
Nicht immer mit dem Kopf durch die Wand, sondern mit den Augen die Tür suchen! (Siemens)
Hallo zusammen,
ich möchte auch mal meinen Senf dazu geben, zu diesem Thema.
Da ich genau in dieser Problematik stecke. Wer mich noch nicht aus dem Thread "QM in einen Dienstleistungsunternehmen" kennt, ich bin Student im 8 Sem. und schreibe meine DA im QM Bereich, da ich in diesem Bereich auch nach meiner DA arbeiten möchte.
Ich bin seit April bei einem Dienstleistungsunternehmen das bis September nach DIN EN ISO 9001:2000 Zertifiziert werden möchte. Wer mal kurz zusammen gerechnet hat bemerkt das das nur 6 Monate sind , was sicherlich für solch eine Aufgabe sehr knapp ist da das Unternehmen in Sachen QM bei Null anfängt.
Das Qm- Team besteht aus mir und meinem Chef der aber so in sein Tagesgeschäft eingebunden ist das ich also so gut wie alleine da stehe.
Anfangs war ich darüber Schockiert und auch wie aus meinen vorigen Thread zu entnehmen sicherlich auch ein stück unsicher und Verzweifelt. Aber mittlerweile sehe ich die Sache ein stück Professioneller gegenüber.
Ich hab sehr viele Bücher gelesen um mir die Grundlagen an zu eignen, und wenn ich noch fragen hatte mich in Foren erkundigt.
Zudem hab ich den Geschäftsführer dazu gebracht 5 Beratertage von einem externen QM-Berater zubekommen.
Jetzt kann ich schon soviel sagen dass es mit der Einführung ganz gut läuft und ich dem Zertifizierungsaudit in der zweiten Septemberwochen beruhigt entgegen schauen kann.
Ich bin der Meinung QM und Diplomarbeit(DA)gehören sehr wohl zusammen.
Es ist sicherlich eine anspruchsvolle Aufgabe aber keine nicht mit etwas Einsatz zu bewältigen wäre. Gerade im Qm bekommt man den besten Einblick über jeden Bereich im Unternehmen und den Betrieblichen Abläufen. Eine Einführung eines Qm So gut wie alleine durchzuführen ist das beste was mir passieren konnte ich habe sehr viel im Bereich Projektmanagement, analytisches Denken dazugelernt und Fähigkeiten wie Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen verbessert.
Dazu habe ich nebenbei meine DA geschrieben, naja sie ist inhaltlich zu 95 % fertig.
Das Thema wird sicherlich von der Aufgabe die man bearbeitet vorgeben aber wie man die DA gestaltet bestimmt jeder Diplomand selbst.
Jede DA ist zu schaffen da: Es gibt kein Zeitfaktor,denn jeder Diplomand kann entscheiden wann er seine DA anmeldet und ab da erst hat man 4 bis max 5 monate Zeit sie abzugeben.
Und Inhaltlich muss man halt abwägen was man in der DA haben möchte, was sich aber auch nur vom Aufbau seiner DA ableitet,denn man bevor man ein Wort zu schreiben anfängt durchdacht haben sollte.
Mittlerweile mich ich der Meinung das man nur an wirklich schwierigen Aufgaben wächst. Man muss nur eine gewisse Distanz und Professionalität finden, damit man nicht an der Aufgabe zerbricht.
Mfg QM-Noob
Wer Rechtschreibfehler findet, kann sie behalten !!
geändert von - QM-Noob on 26/06/2007 15:47:52
servus qualitäter,
ich schreibe ja auch grad meine DA in der QM und soll einen Prozess umbauen/optimieren. Das Problem wie oben schon beschrieben wurde, an den Hochschulen wir QM nur sehr lacks unterrichtet, somit is das Grundverständnis in den meisten Fällen nicht gegeben. Und meiner Meinung nach sollte die Diplomarbeit ja eigentlich der Abschluss des Studiums sein, also das bisher gewonnene Wissen zu vertiefen. Das kann ich bei mir leider nicht behaupten, weil alles was ich bisher gelernt habe ist absolutes Neuland für mich gewesen. Von dem her finde ich es nicht sinnvoll die Diplomarbeit in der QM zu schreiben. Erschwerend kommt hinzu, dass häufig die Betreuer oder Chefs keine Zeit, oder wie in meinem Fall, selber kaum Ahnung haben. Und dann einen kompetenten Ansprechpartner zu finden wird....nennen wir es mal interessant.
Daher bin ich ganz froh, dieses Forum gefunden zu haben.
Abschließend kann ich sagen, es war/ist eine schöne Zeit hier in meiner Abteilung gewesen, aber bleiben will ich hier nicht.
In diesem Sinne noch frohes qualifizieren...
Zucker ist der weiße Stoff, der Kaffee einen schlechten Geschmack verleiht, wenn man vergißt ihn reinzutun...
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