Hallo zusammen,
ich bräuchte mal Hilfe mit dem Umgang von QS-Stat.
Ich führe eine Messmittelfähigkeit mit einem Dickentaster unter dem Einsatz von Parallelendmaßen nach Verfahren 1 durch.
Wenn ich jetzt, sagen wir mal 50 Messsungen durchführe und bei jeder Messung das Sollmaß erreiche, dann zeigt mir das Programm kein Ergebnis an.
Es wäre ja in diesem Fall das bestmögliche Ergebnis, das überhaupt zu erreichen ist.
Nur mir zeigt das Program dann "Spannweite = 0" an, was ja auch richtig ist. Kann mir evtl. jemand erklären, ob es vielleicht möglich ist, die Einstellungen so zu verändern, dass man ein Ergebnis angezeigt bekommt? Vielen Dank erstmal.
Gruß
P.S. Die Version ist übrigens die Steinzeit- version 3.2
Antworten:
Hallo QM-Junkie,
welche Maße haben denn Deine Referenzteile? Hast Du verschiedene Prüfer?
Viele Grüße
Barbara
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Das Leben ist zu kurz, um es mit Suchen zu verbringen.
Hallo Barbara,
für das Verfahren 1 nehme ich nur einen Prüfer. Ist auch so im System hinterlegt.
Meine Referenzteile, sprich die Parallelendmaße haben 1,0mm und 1,5mm.
Die Auswertung ist bezogen auf die Toleranz.
Viele Grüße
Junkie.
Hallo QM-Junkie,
allgem. Frage. Haben deine Parallelendmaße eine Genauigkeit von 1,0 mm und 1,5 mm ohne irgend eine Toleranz z.B. 1,0 +/- 0,01 mm?
Sorry `bout that question, ich komme aus der Chemie und bei uns haben sowohl Prüfmittel wie auch die verwendeten Kontrollstandards (zertifizierte) Toleranzangaben. Bei den Prüfmitteln kommen diese aus unserer MSA, bei den Kontrollstandards vom Hersteller. M.E. kann dein Ergebnuis bei einer 100% Präzision nur so genau sein, wie die Toleranzen der verwendeten Mittel es hergeben.
IsoMan
Hallo IsoMan.
Ich verwende die Toleranz der Dickentaster (Herstellerangaben) +/- 0,01 mm, weil ich diese ja schließlich auf ihre Eignung hin überprüfen möchte.
Vielleicht täusche ich mich jetzt, aber wenn
ich bei jeder Messung exakt diesen Sollwert von 1,0mm bzw. 1,5mm erreiche, dann spielt doch die hinterlegte Toleranz eine eher untergeordnete, bis überhaupt keine Rolle, oder?
Wir haben die selben Vorgaben bzgl. Messmittel und Kontrllstandards.
Lederindustrie für die netten Automobilhersteller.
Viele Grüße
Hallo QM-Junkie,
also 100%ig exakte Prüfergebnisse bei allen 50 Messungen. Damit ist dein Ergebnis für die
Spannweite = 0 mm plus/minus der angegebenen Toleranz, da die Toleranzen von PM und Endmaß sich ja addieren oder substrahieren können (und somit, wie bei diesem Fall, auf 0 ausgleichen können). Oder sehe ich das falsch?
M.E. kann es keinen 100%exakten Wert geben, wenn man mit einer Nullspannweite rauskommt, dann hat man Glück gehabt - oder die Auflösung des MM ist nicht ausreichend gewesen, um die Toleranzen abbilden zu können.
IsoMan
Hallo QM-Junkie,
ohne jegliche Abweichung kannst Du mit keinem Programm dieser Welt eine Spannweite größer 0 erreichen, denn Du teilst (bis auf Konstanten) die Toleranz durch die Streuung. Wenn Du durch 0 teilst, dann sind(egal wie klein oder groß die Toleranz ist) Cg und Cgk unendlich groß.
Was mich als Euer Kunde allerdings viel mehr interessieren würde, ist die Fähigkeit des Dickentasters im Prozess, d. h. mit Leder und verschiedenen Prüfern. Da müsste eine Spannweite > 0 vorkommen und damit dann auch eine echte Fähigkeitsberechnung möglich sein.
Viele Grüße
Barbara
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Hallo Barbara,
danke, das wollt`ich nur gesagt haben (eventuell nicht so im Statistikterminus formuliert, wie du das rüberbringst).
IsoMan
Hallo Barbara und IsoMan,
erstmal vielen Dank für Eure Unterstützung.
Fähigkeiten der Taster auf dem Leder mit verschiedenen Bedienern haben wir schon. Das machen wir sogar 1x jährlich mit den verschiedenen Dickentastern. Das klappt wunderbar.
Wir haben nur als wir eine neue Art der Dickentaster eingführt haben, bevor wir mit denen eine Fähigkeit mit Bedienern und Leder durchführen, einen Nachweis über die Stabilität / Eignung der Taster an sich haben wollen, ohne den Einfluß des Leders oder der Bediener. Und bei dieser Überprüfung bekamen wir halt das Ergebnis Spannweite = 0, was ja wie gesagt völlig i.O. ist.
Es ging mir auch nur um die Darstellung in QS-Stat. Ob es da eine andere Möglichkeit gibt, dieses logische und bestmögliche Ergebnis anders aufzuführen, als mit diesem Hinweis: " Spannweite = 0"
Es sieht halt einfach schöner aus, wenn auf dem Bericht dann i.O. anstelle eines Hinweises steht.
Viele Grüße
Hallo QM-Junkie,
diese Frage wegen s=0 habe ich schon öfters gehört. Manche Auditoren haken dann ja dermaßen ein (oder aus?), dass die Anwender lieber ein paar falsche Werte "nachtragen", so dass das Messsystem "schlechter" aber immer noch fähig wird, als dass Sie die wahren Ergebnisse zeigen.
Natürlich kann eine Software bei s=0 nicht auf i.O. entscheiden. Woher weißt Du, ob das System überhaupt messen kann und nicht defekt ist? Eine ernst zu nehmende Software kann das nicht wissen und darf also in diesem Fall niemals i.O. entscheiden. Du musst eher Deine Ergebnisse kommentieren und einen Fehler im System nachweislich ausschließen können.
Letzteres wäre mir als Auditor natürlich auch genauso wichtig wie die Frage, ob das System in der Anwendung überhaupt diese Toleranz messen kann. Aber wie ich Dich verstehe, hast Du das Verfahren 2 ja schon gemacht.
Slanthe
Hallo QM-Junkie,
Nachdem ich die Beiträge gelesen habe, komme ich zum Schluss, dass der Taster eine zu geringe Auflösung hat, er müsste im eine Auflösung von 0.001 haben.
Mit so einer Auflösung würdest du sicher auch eine Standartabweichung feststellen können ;-)
Gruss
Carlos
Hallo Carlos,
findest Du wirklich? Ich glaub nicht, dass die Auflösung zu gering ist, denn im normalen Prozess wirst Du durch die üblichen Schw*ankungen bei Naturprodukten mit einer Auflösung von 0,01 mm absolut auskommen. Ich frag mich eher, wofür dieses Verfahren 1 eigentlich gut sein soll, wenn es sich um ein kalibriertes Messmittel handelt.
Viele Grüße
Barbara
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Hallo Barbara,
Um die Produkte zu messen, ist die Auflösung sicher mehr als genügend, sofern die Toleranzen grösser als 0.1 sind.
Sind die Toleranzen jedoch kleiner, dann genügt diese Auflösung icht mehr.
Hätte das Messmittel aber eine höhere Auflösung, so würde man sicher eine Standartabweichung feststellen können.
Die Frage ist nun,
Gruss Carlos
Hallo QM-Junkie
mir ist da noch was aufgefallen: Du schriebst oben "Ich verwende die Toleranz der Dickentaster (Herstellerangaben) +/- 0,01 mm, weil ich diese ja schließlich auf ihre Eignung hin überprüfen möchte."
Ich bin nicht sicher, ob ich Dich recht verstanden habe, aber die Bezugstoleranz ist auf jeden Fall die des zu messenden Merkmals, nicht die des Tasters. Du machst nämlich keine "Fähigkeit des Tasters" sondern eine "Fähigkeit des Messsystems, ein bestimmtes Merkmal zu messen".
@Barbara: Damit dürfte auch geklärt sein, warum man ein Verfahren 1 für ein Messsystem macht und die Kalibrierung des Messmittels nicht ausreichend ist, selbst wenn sie mit einer Justierung verbunden wäre.
@Carlos/QM-Junkie: Die Auflösung sollte in der Automobilindustrie max. 5% der Toleranz des zu messenden Merkmals betragen, damit die Verteilung des Fertigungsprozesses noch beurteilt werden kann. D. h. Dein Messsystem ist bezüglich der Auflösung fähig, falls die Dicke bei 0,01mm Auflösung mit mindestens 0,2mm toleriert ist. (Lt. den üblichen Automotive-Richtlinien).
Slanthe
Hallo Slanthe,
wenn ich ein kalibriertes Messmittel habe und weiß, dass die Herstellerangaben stimmen (sprich hier 0,01 Auflösung ohne Bias) und ich die Toleranzen habe, die größer als 0,2 mm sind, was genau bringt mir dann eine Untersuchung nach Verfahren 1?
Viele Grüße
Barbara
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Hallo Barbara,
wenn mein Mess_system_ identisch ist mit dem Mess_mittel_, ich den Herstellerangaben _absolut_vertraue_ und keine weiteren Mess(hilfs)mittel ins Spiel kommen, dann kann es sein, dass ich nur die Information aus Verfahren 1 ziehe, dass alles ok ist.
Kommt aber ein spezieller Einstellmeister hinzu, habe ich ein Stativ im Einsatz, ist die Probe fixiert, nutze ich Elektronik zur Messwertermittlung/-übertragung, ist die Auflösung grenzlagig, sind Justierprobleme zu befürchten oder misstraue ich auch nur minimalst dem Hersteller, dann muss IMHO ein Verfahren 1 beweisen, dass ich mit diesem System(!) das gewünschte Merkmal mit ausreichender Genauigkeit messen kann.
@QM-Junkie: Ist Dein Problem gelöst, noch offen, oder wegen "Nichtlösbarkeit" geschlossen?
Slanthe
Hallo QM-Junkie
ich glaube, ich kann Dir eine Hilfe anbieten.
Dein Dickentaster stammt, so wie es aussieht von einem seriösen Hersteller, der die Anzeige, sprich Auflösung auf die innere Streuung des Messgerätes angepasst hat. Der Gerätefehler beträgt dann typisch +/- ein Digit.
Mit Verfahren 1 wird die Richtigkeit der Anzeige und die Wiederholbarkeit (Präzision) eines Meßgerätes analysiert. Wiederholbedingungen sind gleicher Ort, gleicher Bediener, in kurzer Zeit, das gleich Objekt. Da die systematische Abweichung (Richtigkeit) der Anzeige mit ermittelt werden soll, muß das Objekt ein Normal oder Einstellmeister sein.
Die Meßreihe wird dann zum Mittelwert und der Standardabweichung verdichtet. Die Mittelwertsabweichung von Zielmaß des Normals informiert über die Richtigkeit der Anzeige. Die 6Standardabweichungen stellen das Grundrauschen des Meßverfahrens dar und stehen für die Wiederholbarkeit.
Fähig ist ein Prozess dann, wenn >Wollen< und >Können< aufeinander abgestimmt sind. Die Unzulänglichkeiten des Meßmittels sollte nicht größer als 20% der Zeichnungstoleranz sein, dann spricht man von vernachlässigbaren Abweichungen.
Wenn nun Deine Meßwerte nicht streuen, was jederzeit vorkommen kann, dann gibt es bei Verfahren 1 ein Problem, denn das Prüfmittel scheint keine meßtechnische Unzulänglichkeit zu besitzen.
Dies kannst Du folgendermaßen lösen.
Nehmen wir an, Du mißt ein 20 mm Endmaß. Die Meßwertanzeige 20,00 kann jederzeit ein Merkmalsausprägung repräsentieren, die 20,003 aber auch 19,997 sein kann. Beide Zustände werden intern auf 20,00 gerundet. Das Streuen findet also in einem Bereich statt, der nicht zur Anzeige gelangt. Die einzige Information über diese Streuung ist der Gestalt, daß der Anzeigewert im Bereich +/- 0,005mm unsicher ist. Diese Mindestunsicherheit kann man nun über die Rechteckverteilung in eine Standardabweichung überführen. (siehe auch VDA 5) Smin = 0,005(mm)*0,577 = 0,0029 (mm)
Man findet oft auch einen Wert, der annähernd doppelt so groß ist, weil diese Problematik auch beim >NULLEN< des Meßgerätes präsent ist.(Die Anzeige ist ja immer die Differenz zweier Ablesungen. Nur weil wir glauben, die eine Ablesung sei immer Null, vergessen wir diese Tatsache. Unsere Null ist aber genauso, wie die Ablesung mit Normal, unsicher.)
Somit sollte dieses Problem befriedigend gelöst sein, denn jetzt mußt Du nichtmehr durch Null teilen, auch wenn die Meßreihe nicht streut.
Diese Betrachtungsweise ist umso wichtiger, je geringer die Auflösung eines Meßssystems ist. Messen wir z.B. ein Endmass mit einem Meßschieber, der nur ganze Millimeter anzeigt, dann werden wir mit größter Wahrscheinlichkeit die Streuung >NULL< beobachten. Das dieser Meßschieber keine >unendliche Fähigkeit< besitzt, leuchtet jederman ein.
Warum dieser Fall bei QS-Stat nicht abgefangen wird, weiß ich nicht. Frag doch bei den Herren Dietrich & Schulze mal nach.
Verfahren 2 beschäftigt sich dann speziell mit dem Meßverfahren vor Ort, also Vergleichsbedingungen. (unterschiedliche Werker, unterschiedliche Zeiten, verändertes Umfeld, Werkstücke) Die Zufallsstreuung (repeatablity) geht dann natürlich nach oben. Dazu kommt dann noch eine Streukomponente, die auf die Schichten zurück zu führen ist (reproduciblity). Beide werden nach dem quadratischen Fehlerfortpflanzungsgestzt addiert, das gibt dann die Kenngröße R&R.
Gruß von der schönen blauen Donau
Fritz
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